Softskills wie das schnelle Lesen und Verarbeiten des digitalen Lesestoffs gehören zu den zentralen Bestandteilen des Studiums. Ziel ist es, lesend Zeit zu sparen und den Inhalt der Fachtexte aus dem Internet zielorientierter zu erfassen. Schmökern bei der Recherche im Internet wird zum Zeiträuber, der durch die passende Lesetechnik vermieden wird. Die Informationsmenge wächst mit jedem Tag, wer sie ohne Zeitverlust auswählen und bearbeiten kann, schont sein kostbares Zeitbudget. Die globale Informationsgesellschaft hat täglich neuen Lesestoff, der gezielt gefiltert werden muss, um nicht in der Flut an Informationsmaterial zu versinken. Etwa 250 Wörter pro Minute schafft der durchschnittliche Leser, mit dem Training der passenden Lesetechnik kann der Wert erhöht werden. Sind die grammatischen Strukturen und deren Bedeutung eindeutig, wird der Lesefluss gesteigert. Die **Zeit raubende Regression **wird vermieden, denn das Zurückspringen auf den vorherigen Teil des Textes, der noch nicht verstanden worden ist, entfällt.

Schwieriger Texte mit der entsprechenden Lesetechnik entschlüsseln

Blocksätze sind eine Bremse, der Lesefluss wird gestoppt. Subvokalisieren wird das Vorlesen der Leseeinheiten genannt, die Fachwelt ist geteilter Meinung, ob diese Praxis sinnvoll ist oder nicht. Es hängt von der Art des Lesetyps ab, wer grundsätzlich viel redet, profitiert vom Subvokalisieren. Das Leseleben soll angenehmer werden, jeder Mensch hat unterschiedliche Lesegewohnheiten und muss für sich selbst herausfinden, welche Lesetechniken zum persönlichen Erfolg führt. Einzelnen Lesetechniken lassen sich miteinander kombinieren, Ablenkungen müssen beim Lesen im Internet vermieden werden. Das ist der erste Haken, das Netz ist voller Ablenkungen, die den fachgerechten Lesefluss stoppen. Mit dem täglichen Trainieren und dem Setzen eines Zeitziels mit akustischem Signal wird unüberhörbar deutlich, wann die Zeit zum Lesen für diesen Tag beendet ist. Hat sie nicht ausgereicht, muss sie am nächsten Tag besser eingeteilt werden, um das Lesepensum trotz der Internet-Ablenkungen zu schaffen.

Akute Leseunlust als vermeidbare Leseblockade

Wenn du täglich digital viel lesen musst, kann sich die Leseblockade einstellen. Zwischendurch eine Pause einlegen, gönne dir einen Snack oder werde sportlich aktiv, um neue Energie für das Lesen zu sammeln. Viele Artikel lassen sich akustisch abrufen und aufnehmen, du kannst sie dir laufend beim Joggen anhören. Kommst du mit dem Inhalt oder dem Schreibstil eines Autors nicht zurecht, wechsele zu einem anderen, bis die Leseunlust verflogen ist.

Mit der SQ3R-Methode die Lesezeit besser nutzen

Stell dir das Lesen im Internet wie einen Marathon vor, teile sinnvolle Leseetappen ein, um die Überlastung deiner Augen zu vermeiden.

Survey: Erst das Inhaltsverzeichnis sowie die Gliederung der digitalen Facharbeit ansehen: Kannst du einige Kapitel weglassen?

Question: Warum liest du den digitalen Text? Sind einzelne Fragen unbeantwortet oder willst du komplexe digitale Inhalte auswendig lernen?

Read and Recite: Exakt im Internet lesen, Pausen einlegen, um dir das gerade Gelesene nachzuvollziehen mit Notizen. Eine kurze schriftliche Fixierung verhindert, dass du in den ersten 10 bis 20 Minuten bis zu 80 Prozent wieder vergisst.

Review: Vernetze das digital Gelesene und deine schriftlichen Kurznotizen in deinem Kopf, damit es eine Einheit bildet, die du nicht so schnell vergisst.

Weitere Techniken für das digitale Lesen

Die SQ3R-Methode ist eine Möglichkeit, digital den Lesestoff zu bewältigen. Es gibt weitere Methoden, die den Leseerfolg steigern können:

Sequenzielles Lesen heißt, du liest den Text aus dem Internet langsam und gründlich, damit du keine Textteile erneut lesen musst.

Beim kursorischen Lesen liest du einen digitalen Text nur teilweise. Die ausgesuchten und wichtige Abschnitte werden gründlich gelesen, damit dadurch nach Möglichkeit der restliche Text ohne weiteres Lesen erfasst werden kann.

Diagonales Lesen wählt ebenfalls ausgewählte Bereiche als Stichprobe eines digitalen Textes aus. Hervorgehobene Stellen (Fettdruck), auffällige Aufzählungen oder zusammenfassende Schlussfolgerungen werden gezielt gelesen, um wie beim Pareto-Prinzip Zeit zu sparen. Oft reichen 20 Prozent des Textes bereits aus, um den restlichen Teil zu verstehen.

Scannen ist eine Internet-Technik, dein Auge “fliegt” kurz über den Text auf der Suche nach speziellen Informationen. Beim Lesen der Webseite wird die Lesetechnik häufig benutzt. Die Geduld für das Lesen das Speichern langer Texte geht schrittweise verloren, das ist das Risiko des oberflächlichen Scannens.

Wort für Wort Methode erscheint ein Wort nach dem anderen auf deinem Display. Deine Lesegeschwindigkeit gesteigert werden, weil das Auge nicht mehr von einem Wort zum nächsten Wort springen muss. Spezielle Lese-Apps musst du für diese Methode benutzen. Die Einzelwortanzeige führt zum schnelleren und konzentrierten lesen, wenn du dich beispielsweise durch die Werbung im Internet zu leicht ablenken lässt.

Fazit

Probiere die einzelnen Lesetechniken aus, um herauszufinden, welche Technik deine Lesegeschwindigkeit beschleunigt. schneller lesen ohne Verständnisschwierigkeiten macht es dir möglich, dich zeitsparend mit dem digitalen Leseangebot auseinander zu setzen. Hinderliche Lesegewohnheiten werden durch eine passendere Lesestrategie ersetzt, das gezielte Lesetraining mit angemessenen Leseetappen führt dich nach einer gewissen Trainingszeit zum Ziel.

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Jetzt kaufen: BrainRead. Effizienter lesen – mehr behalten. Lesen wie die Schweden. Linde Verlag, Wien 2013

192 Seiten, EUR 16,80

Göran Askeljung

Prof. (a.o.) Göran Askeljung ist Autor und Inhaber von BrainRead, Geschäftsführer und Senior Trainer bei Askeljung.com und immediate effects, Certified Facilitator und Partner von Consensus in NY, und Leitet Consensus Österreich und Deutschland. Er ist Professor am Institut für Sales & Negotiation am Georgian School of Management, Vorstandsmitglied in der Schwedischen Handelskammer in Österreich und Mitglied des Beirats von WdF. Er war früher u.a. als Managing Director von Microsoft MSN in Österreich und Geschäftsbereichsleiter von Ericsson Data CEE in Wien tätig. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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